Wer ein Kartenlesegerät für sein Geschäft sucht, schaut zuerst auf den Prozentsatz. Das ist verständlich: Eine kleine Zahl wirkt günstig, eine große Zahl wirkt teuer. Doch diese Logik führt in der Praxis oft zu einer bösen Überraschung am Monatsende. Denn der beworbene Prozentsatz ist nur ein Teil der tatsächlichen Kosten einer Bezahllösung. Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, wie sich die Gesamtkosten wirklich zusammensetzen, wann ein niedriger Prozentsatz trotzdem teurer wird und welche Fragen Sie vor dem Kauf stellen sollten.
Was steckt hinter dem Prozentsatz beim Kartenlesegerät?
Der Prozentsatz, den Anbieter von Kartenlesegeräten bewerben, beschreibt die Transaktionsgebühr: einen Anteil des Umsatzes, den Sie bei jeder Kartenzahlung abgeben. Zahlt ein Kunde 50 Euro mit Karte und der Prozentsatz liegt bei 1 %, gehen 50 Cent an den Anbieter.
Was viele nicht wissen: Dieser Prozentsatz gilt oft nicht pauschal für alle Zahlungsarten. Girocard, Debit Mastercard und Visa haben unterschiedliche sogenannte Interchange-Gebühren. Das sind Kosten, die im Hintergrund zwischen Banken und Kartennetzwerken anfallen und die letztlich der Händler trägt. Manche Anbieter weisen nur den günstigsten Satz aus, zum Beispiel für Girocard-Zahlungen, und nennen die höheren Sätze für Kreditkarten erst im Kleingedruckten.
Stellen Sie sich vor, Sie betreiben einen Kiosk. Ihre Stammkunden zahlen meist mit Girocard, aber Touristen und jüngere Kunden nutzen häufig Visa oder Mastercard. Wenn der beworbene Prozentsatz nur für Girocard gilt, zahlen Sie für einen wachsenden Teil Ihrer Umsätze deutlich mehr als erwartet.
Wie sich die Gesamtkosten eines Kartenlesegeräts wirklich zusammensetzen
Der Prozentsatz ist eine Stellschraube von mehreren. Die Gesamtkosten eines Kartenlesegeräts setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, die zusammen das echte Preisbild ergeben.
- Monatliche Grundgebühr: Viele Tarife verlangen eine feste monatliche Gebühr, unabhängig davon, wie viel Sie umsetzen.
- Transaktionsgebühr pro Vorgang: Zusätzlich zum Prozentsatz fällt oft ein fester Cent-Betrag pro Transaktion an, zum Beispiel 0,08 Euro pro Zahlung.
- Kartenartabhängige Prozentsätze: EC-Zahlungen, Kreditkarten und internationale Karten werden unterschiedlich berechnet.
- Aktivierungsgebühr: Einmalige Kosten beim Start des Vertrags.
- Gerätekosten: Manche Tarife beinhalten das Terminal, andere verlangen eine zusätzliche monatliche Miete oder einen Kaufpreis.
Erst wenn Sie alle diese Posten addieren, sehen Sie, was Sie tatsächlich bezahlen. Ein Tarif mit niedrigem Prozentsatz, aber hoher Grundgebühr kann für ein kleines Geschäft mit geringem Kartenumsatz deutlich teurer sein als ein Tarif mit etwas höherem Prozentsatz, aber ohne Fixkosten.
Wann ein niedriger Prozentsatz trotzdem teurer wird
Aufbauend auf dem Verständnis der Kostenstruktur lässt sich jetzt erklären, warum ein niedriger Prozentsatz in bestimmten Situationen trotzdem zur teureren Wahl wird.
Das passiert vor allem dann, wenn der monatliche Kartenumsatz gering ist. Angenommen, ein Tarif kostet 29,90 Euro Grundgebühr pro Monat, bietet dafür aber einen sehr niedrigen Prozentsatz. Wenn Sie im Monat nur 3.000 Euro per Karte umsetzen, zahlen Sie allein durch die Grundgebühr fast 1 % Ihres Kartenumsatzes als Fixkosten, noch bevor eine einzige Transaktion abgerechnet wird.
Umgekehrt gilt: Wer monatlich hohe Kartenumsätze hat, profitiert von einem niedrigen Prozentsatz, selbst wenn die Grundgebühr höher ist. Bei 20.000 Euro Monatsumsatz macht ein halbes Prozent Unterschied beim Transaktionssatz 100 Euro aus, was eine höhere Grundgebühr schnell aufwiegt.
Die Faustregel lautet: Je höher Ihr Kartenumsatz, desto mehr lohnt sich ein niedriger Prozentsatz. Je geringer der Umsatz, desto wichtiger ist eine niedrige oder keine Grundgebühr.
Versteckte Kosten, die Anbieter selten offen kommunizieren
Neben den offensichtlichen Gebühren gibt es Kostenpunkte, die in Angeboten und Werbematerialien oft nicht prominent genannt werden.
- Unterschiedliche Sätze je nach Kartentyp: Wie bereits erklärt, gilt der beworbene Prozentsatz häufig nur für bestimmte Karten. Kreditkarten, internationale Karten oder Premiumkarten können deutlich höhere Gebühren auslösen.
- Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen: Manche Verträge binden Sie für ein oder zwei Jahre. Wer früher wechseln möchte, zahlt Strafgebühren.
- Kosten für zusätzliche Terminals: Wenn Sie ein zweites Gerät brauchen, zum Beispiel für die Terrasse oder einen zweiten Kassenplatz, kommen monatliche Zusatzkosten hinzu.
- Gebühren für Rückbuchungen: Wenn ein Kunde eine Zahlung anfechtet, entstehen oft zusätzliche Bearbeitungsgebühren.
- Kosten für Software oder Updates: Bei manchen Anbietern sind Softwarefunktionen oder Sicherheitsupdates nicht im Grundpreis enthalten.
Diese Posten tauchen selten in der Werbung auf, können aber über ein Jahr gerechnet einen erheblichen Betrag ausmachen. Lesen Sie Vertragsunterlagen sorgfältig und fragen Sie gezielt nach, bevor Sie unterschreiben.
Die richtigen Fragen vor dem Kauf eines Kartenlesegeräts
Mit dem Wissen aus den vorherigen Abschnitten können Sie jetzt gezielt die Fragen stellen, die wirklich wichtig sind, bevor Sie sich für ein Kartenlesegerät entscheiden.
- Welcher Prozentsatz gilt für welche Kartenart? Fragen Sie explizit nach den Sätzen für Girocard, Visa, Mastercard und internationale Karten getrennt.
- Wie hoch ist die monatliche Grundgebühr, und was ist darin enthalten? Ist das Terminal inklusive? Sind Software und Support dabei?
- Gibt es eine Transaktionsgebühr pro Vorgang zusätzlich zum Prozentsatz? Auch kleine Cent-Beträge summieren sich bei vielen Transaktionen.
- Wie lange läuft der Vertrag, und wie sind die Kündigungsfristen? Flexibilität hat einen Wert, besonders wenn sich Ihr Umsatz verändert.
- Was kostet ein zusätzliches Terminal, falls ich eines brauche? Planen Sie voraus, auch wenn Sie heute nur ein Gerät benötigen.
- Gibt es ein Modell ohne monatliche Fixkosten? Für Betriebe mit geringem oder saisonalem Kartenumsatz kann ein Jahrespauschalen- oder reines Transaktionsmodell günstiger sein.
Rechnen Sie auf Basis Ihrer eigenen Zahlen: Schätzen Sie Ihren monatlichen Kartenumsatz und die ungefähre Anzahl der Transaktionen. Setzen Sie diese Werte in die Kostenstruktur verschiedener Angebote ein und vergleichen Sie das Ergebnis, nicht die beworbene Prozentzahl.
Kassenschmiede: Transparente Payment-Lösungen für Ihren Betrieb
Wir wissen, dass die Wahl der richtigen Bezahllösung für viele Inhaber kleiner Betriebe zeitaufwendig und verwirrend ist. Deshalb bieten wir bei Kassenschmiede klar strukturierte Payment-Pakete, die sich an Ihrem tatsächlichen Kartenumsatz orientieren, ohne versteckte Überraschungen.
- Drei Tarife, die auf unterschiedliche Umsatzvolumen zugeschnitten sind, vom Einsteigerpaket bis zur Premium-Lösung für höhere Umsätze
- Transparente Aufschlüsselung der Gebühren nach Kartenart, damit Sie genau wissen, was EC-Zahlungen und Kreditkarten kosten
- Ein stationäres Terminal ist in jedem Paket bereits enthalten, ohne versteckte Gerätekosten
- Optional buchbare zusätzliche Terminals, stationär, WLAN oder mobil per 4G, für flexible Einsatzmöglichkeiten
- Ein Jahrespauschalen-Modell ohne monatliche Grundgebühr für Betriebe mit geringem oder unregelmäßigem Kartenumsatz
- Gebühren fallen ausschließlich bei tatsächlichem Umsatz an, und die Gutschrift auf Ihrem Konto erfolgt kurzfristig
Wenn Sie wissen möchten, welches Modell zu Ihrem Betrieb passt, helfen wir Ihnen gerne dabei, die Kosten konkret durchzurechnen. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, wir schauen gemeinsam, was für Sie wirklich günstig ist.
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