Ein Kartenlesegerät lohnt sich für die meisten Betriebe bereits ab einem monatlichen Kartenumsatz von einigen hundert Euro, weil die Gebühren für Kartenzahlungen in der Regel deutlich niedriger ausfallen als der Umsatz, den Sie durch fehlende Zahlungsmöglichkeiten verlieren. Entscheidend ist dabei nicht nur die reine Kostenrechnung, sondern auch, wie viele Kunden heute schlicht kein Bargeld mehr dabei haben. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Bezahllösungen und Girocard-Gebühren, damit Sie eine fundierte Entscheidung für Ihren Betrieb treffen können.
Welche Kosten entstehen bei der Girocard-Akzeptanz wirklich?
Bei der Girocard-Akzeptanz entstehen typischerweise drei Kostenarten: eine monatliche Grundgebühr für das Terminal, eine prozentuale Transaktionsgebühr auf jeden Umsatz sowie eine feste Gebühr pro Vorgang. Hinzu kommt meist eine einmalige Aktivierungsgebühr beim Start. Zusammen ergeben diese Posten die tatsächliche Belastung, die Sie pro Monat tragen.
Die prozentuale Gebühr für Girocard-Zahlungen liegt bei den meisten Anbietern zwischen 0,25 % und 0,75 % des Umsatzes, je nach gewähltem Tarif. Das klingt zunächst gering, summiert sich aber bei hohem Volumen spürbar. Dazu kommt die feste Gebühr pro Transaktion, die bei kleinen Beträgen stärker ins Gewicht fällt als bei großen Einkäufen.
Manche Verträge enthalten außerdem versteckte Posten wie Mindestgebühren, Abrechnungspauschalen oder Kosten für den Zahlungseingang auf Ihrem Konto. Lesen Sie daher das Kleingedruckte sorgfältig, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden. Achten Sie besonders darauf, ob Gebühren auch dann anfallen, wenn Sie in einem Monat keinen Kartenumsatz erzielen.
Ab welchem Umsatz decken Kartenzahlungen ihre eigenen Kosten?
Kartenzahlungen decken ihre eigenen Kosten, sobald der Umsatz, den Sie durch die Akzeptanz von Karte zusätzlich erzielen, die monatliche Grundgebühr und die Transaktionskosten übersteigt. Bei einer typischen Grundgebühr von unter 15 Euro pro Monat und Transaktionsgebühren unter 1 % reicht oft schon ein Kartenumsatz von 500 bis 1.000 Euro monatlich, um die Kosten zu decken.
Rechnen Sie es konkret durch: Wenn Sie monatlich 1.000 Euro per Girocard umsetzen und dafür 0,75 % Transaktionsgebühr plus 0,08 Euro pro Vorgang zahlen, entstehen bei zehn Transaktionen rund 8,30 Euro an variablen Kosten. Zuzüglich einer Grundgebühr von etwa 5 Euro liegen Sie bei gut 13 Euro Gesamtkosten. Das entspricht weniger als 1,5 % Ihres Kartenumsatzes.
Die eigentliche Frage ist jedoch nicht nur, ob die Kosten gedeckt sind, sondern wie viel Umsatz Sie ohne Kartenakzeptanz verlieren würden. Kunden, die kein Bargeld dabei haben und nicht zahlen können, kommen oft nicht wieder. Dieser entgangene Umsatz ist schwer zu beziffern, übersteigt aber in vielen Betrieben die Terminalkosten bei weitem.
Wie unterscheiden sich Girocard, Kreditkarte und SEPA-Lastschrift bei den Gebühren?
Girocard-Zahlungen sind für Händler in der Regel am günstigsten, weil die sogenannten Interchange-Gebühren, die im Hintergrund zwischen Banken fließen, bei der Girocard deutlich niedriger sind als bei Kreditkarten. Kreditkarten wie Visa oder Mastercard kosten Sie als Händler typischerweise zwischen 0,75 % und 1,45 % pro Transaktion, während Girocard-Zahlungen oft bei 0,25 % bis 0,75 % liegen.
SEPA-Lastschrift ist im stationären Handel kaum verbreitet und für den Kassenalltag in Kiosk, Friseur oder Imbiss praktisch nicht relevant. Sie spielt eher im Online-Handel oder bei wiederkehrenden Zahlungen eine Rolle.
Wichtig zu wissen: Debitkarten von Mastercard oder Visa, also Karten, die wie Kreditkarten aussehen, aber direkt vom Girokonto abbuchen, werden von Terminals oft wie Kreditkarten abgerechnet. Das bedeutet höhere Gebühren für Sie, obwohl der Kunde subjektiv mit seiner normalen Bankkarte zahlt. Prüfen Sie daher, wie Ihr Anbieter diese Kartentypen einordnet und berechnet.
Was kostet ein Kartenlesegerät in der Anschaffung und im Betrieb?
Ein stationäres Kartenlesegerät ist bei vielen Anbietern im monatlichen Tarif bereits enthalten, sodass keine separate Anschaffungsgebühr anfällt. Stattdessen zahlen Sie eine monatliche Grundgebühr sowie eine einmalige Aktivierungsgebühr beim Start, die häufig im Bereich von 50 Euro liegt. Mobile Terminals für unterwegs oder den Außeneinsatz kosten im Betrieb etwas mehr pro Monat.
Alternativ gibt es Jahrespauschalenmodelle, bei denen Sie einmal im Jahr einen festen Betrag zahlen und dafür ein Terminal erhalten. Diese Modelle eignen sich besonders für Betriebe mit überschaubarem Kartenumsatz, weil keine monatliche Grundgebühr anfällt. Dafür sind die Transaktionsgebühren in solchen Modellen oft etwas höher.
Im laufenden Betrieb entstehen Kosten durch die Transaktionsgebühren sowie gegebenenfalls durch zusätzliche Terminals, wenn Sie mehrere Kassenpunkte betreiben. Ein zweites stationäres Terminal schlägt je nach Anbieter mit wenigen Euro pro Monat zu Buche, ein mobiles 4G-Terminal etwas mehr. Kalkulieren Sie diese Posten von Anfang an mit ein, damit Sie keine bösen Überraschungen erleben.
Welche indirekten Vorteile rechtfertigen das Kartenlesegerät auch bei niedrigem Umsatz?
Auch bei niedrigem Kartenumsatz rechtfertigen mehrere indirekte Vorteile die Investition in ein Kartenlesegerät. Kunden, die mit Karte zahlen können, kaufen im Schnitt mehr ein, weil sie nicht durch den Bargeldbestand in ihrer Brieftasche limitiert sind. Außerdem sparen Sie Zeit und Nerven beim täglichen Kassenabschluss, weil Kartenzahlungen automatisch dokumentiert werden.
Ein weiterer Vorteil: Weniger Bargeld im Laden bedeutet weniger Aufwand beim Zählen, Einzahlen und Verwalten. Das spart Ihnen jeden Abend wertvolle Minuten und reduziert das Fehlerrisiko. Wer schon einmal eine Stunde damit verbracht hat, eine Kassendifferenz zu suchen, weiß, wie wertvoll das ist.
Auch für die Übergabe der Daten an Ihren Steuerberater zahlt sich Kartenzahlung aus. Digitale Zahlungsbelege lassen sich einfacher exportieren und zuordnen als handgeschriebene Barquittungen. Das spart Ihnen Kosten beim Steuerbüro und reduziert den Stress vor der nächsten Betriebsprüfung. Kunden nehmen außerdem einen Betrieb, der Kartenzahlung akzeptiert, als moderner und vertrauenswürdiger wahr, was sich langfristig auf die Kundenbindung auswirkt.
Wann sollte ein Kleinbetrieb auf Kartenzahlung verzichten?
Ein Kleinbetrieb kann auf Kartenzahlung verzichten, wenn der Kartenumsatz dauerhaft so gering ist, dass die monatlichen Fixkosten des Terminals in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen stehen, und wenn die Kundschaft nachweislich fast ausschließlich bar zahlt. Das ist heute jedoch die Ausnahme und betrifft vor allem sehr kleine Märkte oder Betriebe mit einer sehr spezifischen Stammkundschaft.
Prüfen Sie zunächst, ob Ihre Kunden tatsächlich überwiegend bar zahlen wollen oder ob sie es nur tun, weil Sie keine Alternative anbieten. Fragen Sie ruhig direkt nach. Viele Betreiber sind überrascht, wie oft Kunden nach Kartenzahlung fragen oder den Einkauf abbrechen, wenn sie kein Bargeld dabei haben.
Sinnvoll ist der Verzicht außerdem, wenn Sie ausschließlich an Märkten oder Veranstaltungen tätig sind, bei denen Bargeld die Norm ist, und wenn Ihr durchschnittlicher Bon so klein ist, dass die feste Gebühr pro Transaktion unverhältnismäßig hoch wird. In solchen Fällen lohnt es sich, die Zahlen konkret durchzurechnen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
Kassenschmiede: Unsere Payment-Lösungen für Ihren Betrieb
Wir wissen, dass die Wahl der richtigen Bezahllösung für viele Inhaber kleiner Betriebe mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert. Deshalb bieten wir bei Kassenschmiede abgestimmte Payment-Pakete an, die zu Ihrem tatsächlichen Umsatzvolumen passen, ohne dass Sie sich durch komplizierte Vertragswerke kämpfen müssen.
- Drei klar strukturierte Tarife, die sich am monatlichen Kartenumsatz orientieren, von kleinen Betrieben bis hin zu umsatzstarken Standorten
- Einmaliger Aktivierungsaufwand, danach laufende Kosten nur bei tatsächlichem Umsatz, keine Überraschungen
- Stationäre Terminals im Paket enthalten, mobile und WLAN-Terminals optional zubuchbar
- Jahrespauschalenmodell für Betriebe, die ohne monatliche Grundgebühr kalkulieren möchten
- Kurzfristige Kontogutschrift, damit Ihr Cashflow nicht leidet
- Persönlicher Support, wenn Sie Fragen zu Abrechnung oder Technik haben
Wenn Sie unsicher sind, welcher Tarif zu Ihrem Betrieb passt, helfen wir Ihnen gerne dabei, die Zahlen gemeinsam durchzugehen. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, und wir finden gemeinsam die Lösung, die für Sie wirtschaftlich sinnvoll ist.
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