Wer zahlt die Girocard Gebühren: Kunde oder Betrieb?

Sven Schmidt ·
Kartenlesegerät auf Ladentheke neben einer Girocard, Euromünzen und Kassenbon in warmem Umgebungslicht.

Die Girocard-Gebühren trägt grundsätzlich der Händler, nicht der Kunde. Wenn ein Betrieb Kartenzahlung per Girocard akzeptiert, zahlt er dafür eine Transaktionsgebühr an seinen Zahlungsdienstleister. Kunden zahlen in der Regel nichts extra. Wie hoch diese Kosten ausfallen, wer sie festlegt und wie Sie als Händler damit umgehen können, beantwortet dieser Artikel.

Darf ein Händler die Girocard-Gebühren an Kunden weitergeben?

Nein, Händler dürfen die Girocard-Gebühren in Deutschland nicht direkt an Kunden weitergeben. Seit 2018 verbietet die EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) sogenannte Aufschläge für Kartenzahlungen mit Girocard, Visa und Mastercard. Ein Händler darf also keinen Zuschlag auf den Kassenbon aufschlagen, nur weil ein Kunde mit Karte zahlt.

Was viele nicht wissen: Dieses Verbot gilt für die gängigen Zahlungsmittel, die Verbraucher täglich nutzen. Wer als Händler trotzdem einen Aufschlag verlangt, handelt rechtswidrig und riskiert Abmahnungen. Die einzige legale Möglichkeit, die Kosten indirekt weiterzugeben, ist eine allgemeine Preisgestaltung, bei der die Zahlungskosten bereits im Verkaufspreis einkalkuliert sind. Das machen viele Betriebe so, ohne es explizit auszuweisen.

Praktisch bedeutet das: Die Girocard-Gebühren sind ein Betriebskostenfaktor wie Miete oder Strom. Sie gehören zur Kalkulation, nicht zur Kassenbon-Position.

Wie hoch sind die Girocard-Gebühren für Händler?

Die Girocard-Gebühren für Händler setzen sich typischerweise aus einer prozentualen Transaktionsgebühr und einem festen Betrag pro Zahlung zusammen. Hinzu kommen oft eine monatliche Grundgebühr und gegebenenfalls Kosten für das Terminal. Konkrete Zahlen hängen stark vom gewählten Anbieter und Tarif ab.

Grundsätzlich lassen sich drei Kostenbestandteile unterscheiden:

  • Prozentuale Transaktionsgebühr: Ein kleiner Prozentsatz des Umsatzes pro Kartenzahlung, bei Girocard in der Regel niedriger als bei Kreditkarten
  • Fixer Betrag pro Transaktion: Ein fester Centbetrag, der unabhängig vom Umsatz anfällt
  • Monatliche Grundgebühr: Ein Fixbetrag für die Nutzung des Zahlungssystems, der je nach Tarif variiert

Girocard-Zahlungen sind für Händler in der Regel günstiger als Kreditkartenzahlungen, weil das Interchange-Entgelt bei Girocard reguliert und vergleichsweise niedrig ist. Wer viele kleine Beträge kassiert, zum Beispiel im Kiosk oder Imbiss, sollte besonders auf den fixen Betrag pro Transaktion achten, da dieser bei kleinen Umsätzen prozentual stärker ins Gewicht fällt. Eine passende Bezahllösung kann hier den Unterschied machen.

Wer legt die Girocard-Gebühren fest?

Die Girocard-Gebühren werden nicht von einer einzigen Stelle festgelegt, sondern entstehen aus dem Zusammenspiel mehrerer Akteure: dem Kartennetzwerk, den Banken und dem Zahlungsdienstleister des Händlers. Das Kartennetzwerk Girocard wird von der Deutschen Kreditwirtschaft betrieben und setzt Rahmenbedingungen für die Abwicklung.

Im Einzelnen sind folgende Parteien beteiligt:

  • Die kartenausgebende Bank des Kunden erhält das sogenannte Interchange-Entgelt, das bei Girocard reguliert ist
  • Das Kartennetzwerk erhebt eine Systemgebühr für die Nutzung der Infrastruktur
  • Der Zahlungsdienstleister des Händlers bündelt diese Kosten und schlägt seine eigene Marge auf, bevor er dem Händler einen Gesamtpreis anbietet

Als Händler verhandeln Sie also in erster Linie mit Ihrem Zahlungsdienstleister. Die Konditionen, die Sie dort erhalten, hängen von Ihrem monatlichen Kartenumsatz, der Branche und dem gewählten Tarif ab. Wer mehr Umsatz über Karte abwickelt, hat oft bessere Verhandlungspositionen.

Kann ein Händler Kartenzahlung ablehnen oder Mindestbeträge verlangen?

Ja, Händler dürfen Kartenzahlung grundsätzlich ablehnen oder einen Mindestbetrag für Kartenzahlungen festlegen. Es gibt in Deutschland keine gesetzliche Pflicht, Kartenzahlung anzubieten. Einzige Voraussetzung: Der Betrieb muss klar und gut sichtbar kommunizieren, welche Zahlungsmittel akzeptiert werden, zum Beispiel durch ein Schild an der Kasse oder im Eingangsbereich.

In der Praxis ist das Ablehnen von Kartenzahlung aber ein zweischneidiges Schwert. Viele Kunden erwarten heute, überall mit Karte zahlen zu können. Wer nur Bargeld akzeptiert, riskiert, Kunden zu verlieren, die kein Bargeld dabei haben. Besonders bei jüngeren Zielgruppen ist die Erwartung an Kartenzahlung hoch.

Mindestbeträge für Kartenzahlung sind rechtlich zulässig, solange sie nicht diskriminierend wirken und klar kommuniziert werden. Viele Kioske und Imbisse setzen Mindestbeträge von fünf oder zehn Euro, um bei kleinen Beträgen keine unverhältnismäßig hohen Transaktionskosten zu tragen. Das ist eine pragmatische Lösung, die rechtlich in Ordnung ist.

Wie können Händler Girocard-Kosten reduzieren?

Händler können die Girocard-Kosten durch die Wahl des richtigen Tarifs, einen Vergleich der Anbieter und eine clevere Kalkulation spürbar senken. Der wichtigste Hebel ist der Zahlungsdienstleister und das Preismodell, das am besten zum eigenen Umsatzvolumen passt.

Folgende Maßnahmen helfen konkret:

  • Tarif zum Umsatz wählen: Wer monatlich wenig Kartenumsatz macht, fährt mit einem günstigen Einstiegstarif besser. Wer viel über Karte abwickelt, profitiert von niedrigeren prozentualen Gebühren in höheren Tarifen
  • Fixkosten im Blick behalten: Monatliche Grundgebühren und Terminalkosten summieren sich. Prüfen Sie, ob ein Jahrespauschalenmodell ohne monatliche Fixkosten für Ihren Betrieb günstiger ist
  • Transaktionskosten bei kleinen Beträgen beachten: Der fixe Betrag pro Transaktion macht bei einem Einkauf von zwei Euro prozentual viel aus. Mindestbeträge für Kartenzahlung können hier helfen
  • Anbieter regelmäßig vergleichen: Der Markt für Zahlungsdienstleister ist wettbewerbsintensiv. Ein Wechsel kann sich lohnen, wenn Ihr Umsatz gewachsen ist oder sich Ihre Zahlungsstruktur verändert hat
  • Kreditkarten separat kalkulieren: Kreditkartenzahlungen sind teurer als Girocard. Wenn Sie beide akzeptieren, sollten Sie das in Ihrer Preiskalkulation berücksichtigen

Wer seine Zahlungskosten kennt und aktiv steuert, kann diese als normalen Betriebskostenfaktor einplanen, ohne unangenehme Überraschungen am Monatsende.

Girocard-Gebühren im Griff: Was die Kassenschmiede für Sie tut

Kartenzahlung gehört heute zum Alltag im Einzelhandel. Wir wissen, dass die Wahl der richtigen Lösung für viele Inhaber kleiner Betriebe aufwendig wirkt. Deshalb bieten wir bei Kassenschmiede passende Payment-Lösungen an, die sich direkt in Ihr Kassensystem integrieren lassen.

  • Verschiedene Tarife: Ob kleiner Kiosk oder wachsender Fachhandel, wir haben Modelle für unterschiedliche Umsatzvolumen, mit und ohne monatliche Fixkosten
  • Transparente Abrechnung: Gebühren fallen nur bei tatsächlichem Umsatz an, die Kontogutschrift erfolgt kurzfristig
  • Stationäre und mobile Terminals: Vom festen Terminal an der Kasse bis zum mobilen 4G-Gerät für den Außeneinsatz
  • Alles aus einer Hand: Kassensystem, Programmierung und Zahlungsabwicklung kommen von einem Anbieter, das spart Zeit und Abstimmungsaufwand
  • Persönlicher Support: Unsere kostenlose Hotline hilft Ihnen bei Fragen zu Tarifen, Technik und Abrechnung

Wenn Sie wissen möchten, welcher Tarif zu Ihrem Betrieb passt, nehmen Sie gerne Kontakt auf. Wir schauen gemeinsam, was für Sie sinnvoll ist.

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